David Van Reybrouck:

"Kongo"

Suhrkamp, 783 S.. 14,- EUR

 

Fesselnd und atemberaubend erzählt David van Reybrouck die Geschichte Kongos, wie wir sie noch nie gelesen haben. Der Autor, der den Bogen von der kolonialen Gewaltherrschaft unter Leopold II. über die 32jährige Mobutu-Diktatur bis hinein in die Gegenwart spannt, berichtet aus der eindrücklichen Perspektive derjenigen, die in ihrem Land leiden, kämpfen und leben. Im Mittelpunkt stehen die Träume, Hoffnungen und Schicksale der sogenannten einfachen Bevölkerung.
Für sein mehrfach preisgekröntes Buch hat der Autor zahlreiche Reisen in das zentralafrikanische Land unternommen, in dem er einzigartige Interviews führen konnte. Der Älteste, mit dem er sprach, wurde 1882 geboren. Seine Stimme und die vieler hundert anderer, Kindersoldaten und Rebellenführer, Politiker und Missionare, machen dieses Buch zu einer Sensation. Enthalten sind zahlreiche Augenzeugenberichte und bisher unbekannte Dokumente aus Archiven. Durch Van Reybroucks fundierter Kenntnis der Forschung stellt es einen Meilenstein auf dem Gebiet der Sachbuchliteratur dar.

 

Eine nachdrückliche Empfehlung von Winfried Borowczak, Kunde und Büchergilde-Mitglied

Frank Deppe Das Politische Denken im 20. Jahrhundert

Band 1  

 

Politisches Denken im 20. Jahrhundert - Die Anfänge

 

400 Seiten 1999 EUR 20.40 ISBN 3-87975-747-X

 

Das 20. Jahrhundert kann nur von seinen Ursprüngen her verstanden werden. Wie lässt sich der Charakter dieses Jahrhunderts umschreiben, wenn das 18. das der Aufklärung und das 19. das der kapitalistischen Industrialisierung genannt wird?
In Frank Deppes Grundlagenwerk geht es um auf politische Praxis bezogenes Denken, um »konzeptive Ideologen«, die der Epoche ihre Stempel aufgedrückt haben. Politisches Denken wird analysiert in seinen Entstehungsbedingungen: Damit wird deutlich, wie bestimmte objektive Strukturen, Prozesse und Machtverhältnisse sowie Elemente der Politik, der Kultur und der Ideologie – stets vermittelt über konkrete Kräfteverhältnisse der Klassen und ihrer Kämpfe – jeweils historisch spezifische Verbindungen eingehen.

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Band 2

 

Politisches Denken zwischen den Weltkriegen

 

560 Seiten 2003 EUR 34.80 ISBN 3-89965-001-8

 

Carl Schmitt, John Maynard Keynes, Walter Lippmann, Rudolf Hilferding, Antonio Gramsci, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Mahatma Gandhi, Mao Ze Dong

Dieses Buch knüpft an den Band "Politisches Denken im 20. Jahrhundert – Die Anfänge" an. Im Zentrum steht das "Katastrophenzeitalter" von 1914 bis 1945, in dem "das weltweite Muster des imperialen Zeitalters in sich zusammenfiel. Was da zusammenbrach, war klar: das liberale Weltsystem und die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts als das Vorbild, dem quasi jede 'Zivilisation' ... nacheiferte." (Eric Hobsbawm)

Das politische Denken in der Zwischenkriegsperiode wurde von einer Generation bestimmt, die es mit einer Reihe epochaler Zäsuren zu tun hatte: Massensterben im Ersten Weltkrieges, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise, Faschismus, Ermordung der europäischen Juden, Zweiter Weltkrieg und beginnender Verfall des Kolonialismus.

Wichtige Strömungen des alten Konservatismus wurden mit dem Programm der "konservativen Revolution" zu Ideengebern des Faschismus. Carl Schmitt verkörpert diesen Entwicklungsprozess. Die Krise des Liberalismus führte zu einer Ausdifferenzierung dieses Lagers. In England war es vor allem John Maynard Keynes, der sich für eine staatliche Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik stark machte. Dagegen formierte sich ein bereits früh so genannter Neoliberalismus. Zu einem der führenden liberalen Theoretiker des "American Century" avancierte Walter Lippmann.

Die sozialistische Bewegung spaltete sich im Ersten Weltkrieg. Rudolf Hilferding analysierte die Strukturveränderungen des "organisierten Kapitalismus", dem die SPD das Konzept der Wirtschaftsdemokratie gegenüberstellte. Antonio Gramsci sah wesentliche Neuerungen im aufkommenden Fordismus und in der Entwicklung der Zivilgesellschaft. Daneben entstanden Ansätze eines kritischen "westlichen Marxismus" u.a. in den Arbeiten der Frankfurter Schule (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno). Und schließlich begann der antikoloniale Befreiungskampf, dessen überragende Repräsentanten der Inder Mahathma Gandhi und der Chinese Mao Ze Dong wurden.

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Band 3

 

Politisches Denken im Kalten Krieg (zwei Teilbände)

 

716 Seiten 2006 | 2008 | EUR 40.00     ISBN 978-3-89965-264-2
 

Teil 1: Die Konfrontation der Systeme

 

Von Arendt bis Guevara: Frank Deppe behandelt Vertreterinnen und Vertreter des politischen Denkens, die jeweils ideal-typische Konfigurationen des vom Kalten Krieg geprägten Zeitalters repräsentieren.

Der Band 3 des "Politischen Denkens im 20. Jahrhundert" umfasst eine Epoche, die von den Befreiungskämpfen gegen Imperialismus und Rassismus ebenso geprägt war wie von der dynamischen Wachstumskonstellation des "Golden Age". Eine Zeit, in der "68" zur Chiffre für antikapitalistischen Aufbruch wurde, bevor ein Jahrzehnt später der Siegeszug des Neoliberalismus begann.

In diesem zweiten Teilband werden sechs herausragende Denkerinnen und Denker dieser Epoche vorgestellt:

Hannah Arendt, Schülerin von Heidegger und Jaspers, wurde mit ihrer Totalitarismusanalyse zur Berufungsinstanz in den ideologischen Schlachten des Kalten Krieges.

Wolfgang Abendroth steht für jene Tradition des linken Flügels der deutschen Arbeiterbewegung, für die politische Demokratie als Erbe der bürgerlichen Revolution erst durch eine umfassende Demokratisierung der Wirtschaft gesichert ist.

John K. Galbraith repräsentiert die keynesianische Linie des wirtschaftspolitischen Denkens in den USA, die für ein starkes Gemeinwesen eintritt, um die sozialen Ungerechtigkeiten des Kapitalismus zu überwinden.

Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir verkörpern den Typus des politisch intervenierenden kritischen Intellektuellen – Sartre mit der Synthese von Existenzialismus und Marxismus, Beauvoir mit einer frühen Vorwegnahme der feministischen Bewegung.

Ernesto Che Guevara personifiziert jene neue Generation von Berufsrevolutionären, die sich die Befreiung des "Trikont" vom US-Imperialismus zum Ziel gesetzt hatte und zum Mythos von "68" wurde.

 

Teil 2: Intellektuelle im Zeitalter der Systemkonfrontation, des Golden Age und der antiimperialistischen Befreiungsbewegungen

 

Frank Deppe schildert die zeitgeschichtlichen Umbrüche und Umwälzungen vom Jahr der Hoffnungen 1945 über die heiße Phase des "Kalten Kriegs", die Zeit des Übergangs der 1960er/70er Jahre bis zur neoliberalen Gegenrevolution und der Implosion des "Realsozialismus".

Nahezu die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde durch den Ost-West-Konflikt bestimmt. Der "Kalte Krieg" endete erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des "Ostblocks" in den Jahren zwischen 1989-1991. Er entstand aus dem Zerfall der Anti-Hitler-Koalition, in der von 1941 bis zu den Konferenzen in Jalta und Potsdam die USA, Großbritannien und die Sowjetunion gegen die Achsenmächte (Berlin-Rom-Tokio) zusammengearbeitet hatten. Bis 1949 formierten sich die politischen und militärischen Bündnissysteme neu. Die wechselseitige Bedrohung mit der Fähigkeit zur mehrfachen Vernichtung der gesamten Menschheit erzeugte ein "Gleichgewicht des Schreckens".

Doch das Leben am Rande des atomaren Abgrunds war zugleich ein Leben im "goldenen Zeitalter" (auch für die Staaten der Zweiten Welt). Es waren Jahre des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufbruchs: Vollbeschäftigung, Ausbau des Sozialstaats, die Automobilisierung der Gesellschaft, Urlaub und Reisen, Rock and Roll, die "Revolte von 68" und die Renaissance der Arbeiterbewegung in Westeuropa in den 1970er Jahren. Niemals zuvor verdichteten sich nichtrevolutionäre Umwälzungen in einem derart kurzen Stück Zeitgeschichte – das man später als die Epoche des "Fordismus" charakterisierte.

In der Dritten Welt begannen Volks- und Befreiungsbewegungen, das morsch gewordene Gerüst des Kolonialismus abzuschütteln und gegen den Imperialismus aufzustehen. Freilich war das "nation building" immer überlagert von der weltpolitischen Machtkonstellation des Ost-West-Konflikts, bevor die neuen Staaten der "Dritten Welt" in den 1980er Jahren in der Verschuldungsfalle landeten und der Herrschaft des Internationalen Währungsfonds unterworfen wurden. Mit dem Sieg des neoliberal geprägten Kapitalismus endete das "kurze 20. Jahrhundert" (Hobsbawm).

 

Band 4  

 

Politisches Denken im Übergang ins 21. Jahrhundert - Rückfall in die Barbarei oder Geburt einer neuen Weltordnung?

 

332 Seiten 2010 EUR 24.80   ISBN 978-3-89965-402-8

 

Der Abschlussband über das Politische Denken im 20. Jahrhundert – mit einem Ausblick auf die Entwicklung der Weltordnung in unserer Zeit. 

Mit diesem Band rundet Frank Deppe seinen Zyklus über das Politische Denken im 20. Jahrhundert ab. Dabei thematisiert er anders als in den vorangehenden Darstellungen keine abgeschlossene Epoche, sondern bis heute offene Entwicklungsprozesse. Dazu gehören:

Die Herausbildung einer neuen Weltordnung: Grenzen des American Empire und der Aufstieg Ostasiens.

Das Regime des Finanzmarktkapitalismus und die Große Krise des frühen 21. Jahrhunderts.

Der Planet wird geplündert: Ökoimperialismus und neue Kriege. 

Konservatives, liberales und sozialistisches politisches Denken wird in drei Abschnitten behandelt:

Renaissance der Religionen: islamischer und christlicher Fundamentalismus – Rückfall in die Barbarei?

Sozialliberale Modernisierung und Dritter Weg: die Sozialdemokratie am Ende des Jahrhunderts

Perspektiven des Sozialismus im 21. Jahrhundert.

Als gegensätzliche und unterschiedliche Vertreter dieser Strömungen und zeitgeschichtlichen Abschnitte werden u.a. behandelt: Josef Kardinal Ratzinger und Ayatolla Chomeini, Niklas Luhmann, Anthony Giddens und Jürgen Habermas, David Miliband, Perry Anderson und Hugo Chávez.

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Politisches Denken im 20. Jahrhundert

2004 Seiten 1999 bis 2010

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