Dienstag, 4. April     20 Uhr   Eintritt frei / Spende am Ausgang

 

„Stefan Zweig – Die Augen des ewigen Bruders“

 

Die TageLöhner KleinkunstBühne gastiert mit ihrer Lesung in unserer Buchhandlung. Die 90minütige Lesung wird begleitet von Live-Musik und stimmungsvollen Bildern der Herforder Künstlerin Anja Krüger. 

Die Augen des ewigen Bruders“ ist eine Legende des österreichischen Schriftstellers aus dem Jahr 1922. In ihr geht es zentral um die Frage von Verantwortung und Schuld im menschlichen Leben.

 

Die Hauptfigur Virata tötet unwissentlich in einer Schlacht den eigenen Bruder. Die Augen des Getöteten verfolgen Virata sein Leben lang. Das Stück zeigt, dass es im Leben des Menschen kein Entrinnen aus dem Kreis von Verantwortung, Schuld und Eingriff in das Schicksal Anderer geben kann. Denn reine Hände können nicht handeln und handelnde Hände niemals rein sein.

Der Lebensweg von Stefan Zweig war kürzlich in dem Kinofilm „Vor der Morgenröte“ beeindruckend nachgezeichnet worden.

Die TageLöhner Kleinkunstbühne

Samstag, 29. April 2017   19 Uhr     Eintritt frei

 

 

Buchvorstellung durch die HerausgeberInnen

 

Paul Buckermann, Anne Koppenburger und  Simon Schaupp

 

Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen -

Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wand

 

Was bedeuten ›Virtuelle Realität‹, Industrie 4.0, ›Künstliche Intelligenz‹ und nicht zuletzt das neueste Smartphone für die Zukunft unserer Gesellschaft? Debatten über technische Umwälzungen und damit einhergehende post-kapitalistische Perspektiven sind auch unter Linken von tiefen Ambivalenzen geprägt: Roboter gefährden Arbeitsplätze, könnten die Menschen aber auch von der Lohnarbeit befreien; Mobiltelefone können als Überwachungsinstrumente missbraucht werden, aber auch bei der Koordination subversiver Aktionen helfen; Algorithmen machen Kontrolle immer effektiver, könnten aber auch zu einem automatisierten Luxuskommunismus führen.

Ungeachtet dieser sowohl emanzipatorischen als auch anti-emanzipatorischen Fluchtlinien geht technologischer Wandel mit einem tiefgreifenden sozialen Wandel einher. Linke Politiken bewegen sich mitten auf diesem umkämpften Terrain, das sich durch sukzessive Entwicklungen, historische Verzahnungen, lange Kontinuitäten, aber auch Sackgassen auszeichnet. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beschäftigen sich mit den offenen Enden dieses techno-gesellschaftlichen Wandels und nähern sich auf verständliche Weise seinen komplexen Phänomenen. Dabei werden vor allem konkrete emanzipatorische Positionen in den Blick genommen, die die technologischen Potenziale aktiv und offen ausloten, statt sie blind zu verdammen.

Nach einigen grundlegenden Einordnungen von Politik und Technologie, richten Einzelanalysen ihren Fokus auf verschiedenste Technologien und unterschiedlichste Aneignungsstrategien. Das thematische Spektrum der Beiträge ist weitgefächert, es geht um digitale DIY-Kultur, Punk-Gynäkologie, ›Cognitive Mapping‹, bildungspolitische Coding-Initiativen, Industrie 4.0, die aktuelle Automatisierungsdebatte und vieles mehr.