Donnerstag, 21. 8. 2014     20.00 Uhr

 

Buchvorstellung und Vortrag

Prof. Dr. Helmut Dahmer (Wien)

Soziologie als Kritik obsoleter Institutionen

 

Marx und Freud haben das Modell einer kritischen Sozialwissenschaft entwickelt, die sich von der traditionellen Natur- und Geisteswissenschaft dadurch unterscheidet, dass sie beider Verfahrensweisen kombiniert, um gesellschaftliche Sphinx-Rätsel (wie die Struktur von Waren oder Neurosen) zu lösen. Eine Vergegenwärtigung dieser häretischen Tradition mag dazu dienen, eine neue Generation von Sozialwissenschaftlern zu ermutigen, sich nicht mit Haut und Haar einem Wissenschaftsbetrieb zu überantworten, der die Geschichte der eigenen Disziplin – wie alle Geschichte – zum alten Eisen wirft und Forscher und Forschung in einem Labyrinth geschäftiger Irrelevanz gefangen hält.

 

Bio-bibliographische Notiz (2012)

Prof. Dr. Helmut Dahmer (Jg. 1937) studierte Soziologie und Philosophie bei Helmuth Plessner, Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas. In den Jahren 1968-1992 redigierte er die psychoanalytische Monatszeitschrift Psyche. 1984 gehörte er zum Gründungsbeirat des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1974-2002 lehrte er Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Er ist Herausgeber einer deutschsprachigen, kommentierten Edition von Schriften Leo Trotzkis, von der bisher 7 Bände erschienen sind. Seit 2002 lebt er als freier Publizist in Wien.

 

Publikationen:

Libido und Gesellschaft (1973, 1982; Neuauflage 2013); Pseudonatur und Kritik (1994; Neuauflage 2013); Soziologie nach einem barbarischen Jahrhundert (2001); Divergenzen (2009); Die unnatürliche Wissenschaft (2012); Interventionen (2012).

In Kooperation mit: association critique,  antifa-ag  an der Universität Bielefeld,

mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V.