Donnerstag, 9. Februar 2017     20 Uhr    Eintritt frei

 

500 Jahre „Utopia“

 

– Zukunftsentwürfe in der Tradition von Thomas Morus

 

Vortrag von Dr. Gerald Munier, Historiker aus Bielefeld

 

Wie kaum ein anderer großer Humanist hat der nachmalige englische Lordkanzler Thomas Morus mit seinem Roman „Utopia“ das politisch-visionäre Denken der frühen Neuzeit beflügelt. Die Herausgabe dieses inspirierenden Werkes hat sich im Dezember 2016 zum 500. Mal gejährt.

Als historische Person ist Morus nach wie vor umstritten: Die katholische Kirche hat ihn heiliggesprochen, lehnt seine Ideen vom gesamtgesellschaftlichen Gemeineigentum aber ab. Den Sozialisten gilt er als erster Architekt einer kommunistischen Zukunftsgesellschaft, jedoch standen Marx & Engels seiner „asketischen Gleichmacherei“ skeptisch gegenüber und sahen einen eklatanten Widerspruch zwischen Utopie und Wissenschaft.

Wie stehen wir heute eigentlich zu Zukunftsentwürfen? Können sie zielführend sein und die Vorstellungen von einer Gesellschaftsordnung, die nicht primär auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln fußt, wiederbeleben, gar konkretisieren? Oder begeben wir uns damit auf das Glatteis versponnener Modelle, die, weil sie keine Bodenhaftung in den realen gesellschaftlichen Verhältnissen aufweisen, schöne Träume bleiben müssen?

 

Dr. Gerald Munier (Jg. 1951) war langjähriger Chefredakteur der Fachzeitschrift „Alternative Kommunalpolitik“ und ist Lehrbeauftragter für Geschichtsdidaktik an der Universität Bielefeld. Aus seiner Feder stammt die beim VSA-Verlag veröffentlichte Biographie: „Thomas Morus – Urvater des Kommunismus und katholischer Heiliger“ (Hamburg 2008).

 

Donnerstag, 16. Februar 2017    20 Uhr    Eintritt frei

 

Humanistische Perspektiven im 21. Jahrhundert

 

mit Prof. Dr. Jörn Rüsen, Bochum

 

Öffentliche Auftaktveranstaltung des Humanistischen Gesprächskreises Bielefeld 

 

Der Humanistische Gesprächskreis ist eine Gruppe Bielefelder Humanistinnen und Humanisten. Unser Ziel ist es, humanistische Perspektiven in einer breiteren Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Einmal im Quartal wollen wir uns deshalb mit Interessenten treffen und aktuelle Fragestellungen aus humanistischer Sicht diskutieren. Dabei streben wir eine Mischung aus persönlichem Austausch und gemeinsamer Erkundung gesellschaftlicher  Handlungsmöglichkeiten an.                                                                                                                                           Zur Auftaktveranstaltung der Reihe haben wir den Kulturwissenschaftler Jörn Rüsen eingeladen. Sein Impulsreferat zu Fragestellungen des zeitgenössischen Humanismus wollen wir im Anschluss diskutieren, mit dem Ziel weitere Themen für die Folgeveranstaltungen gemeinsam zu erarbeiten. 

 

Prof. Dr. Jörn Rüsen gilt als einer der einflussreichsten deutschen Historiker seiner Generation. Er studierte Geschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft und Pädagogik an der Universität zu Köln. Von 1989 bis 1997 war er dann Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld. 1994 bis 1997 war er zugleich geschäftsführender Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF). Von 1997 bis 2007 war Jörn Rüsen Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen. Er ist Mitherausgeber von Veröffentlichungen wie “Humanism in intercultural perspective” und “Perspektiven der Humanität. Menschsein im Diskurs der Disziplinen”.

(www.joern-ruesen.de)