Januar 2017

Freitag, 20. Jan. 2017 20 Uhr   Eintritt frei

 

"Digitale Selbstüberwachung - Self tracking im kybernetischen Kapitalismus"

 

Buchvorstellung und Vortrag mit dem Autor

 

Simon Schaupp, Soziologe,  (ehem. Bielefeld, z.Zt. wg. Promotion in München)

 

(Eine Veranstaltung des Rosa Luxemburg Club Bielefeld)

 

 

In einer Zeit, in der die geheimdienstliche Totalerfassung digitaler Kommunikation zur Normalität geworden ist und in der Großkonzerne Profile ihrer Kund_innen anlegen, die an Genauigkeit das kriminologische Profiling noch übertreffen, hat sich eine neue Form der Überwachung herausgebildet.  Self-Tracking und das Quantified-Self-Movement sind zu einem schnell wachsenden Trend geworden. Immer mehr Menschen überwachen mittels tragbarer digitaler Geräte minutiös ihren Lebenswandel, von der Arbeit bis zum Schlaf, vom Sport bis zum Sex - und das freiwillig.

Simon Schaupps Studie "Digitale Selbstüberwachung" geht diesem Trend kritisch auf den Grund. Er stellt dabei die Self-Tracker_innen nicht als obsessive Nerds dar, sondern fragt nach den gesellschaftlichen Ursachen für diese Praxis: Welche politischen und ökonomischen Strukturen machen es notwendig, sich permanent selbst zu überwachen und zu optimieren? Die individuell erhobenen Datenmenge eröffnet neue Formen sozialer Kontrolle. Vor allem stellt diese neue Form von Überwachung eine kritische Perspektive vor neue Herausforderungen, weil sie die alten Gegensätze von Überwachenden und Überwachten aufzulösen scheint.