Donnerstag, 9. Juni 2016,  20 Uhr,

in der Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld:

 

Die EU, wie wir sie kennen, ist gescheitert.

Wie soll es weitergehen?

 

Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit Andreas Wehr, Berlin

 

„Deutschland wird auf Dauer nur stark sein, wenn Europa stark ist.“ stellte die Bundeskanzlerin fest. Das neoliberale regierungsamtliche Ziel ist also die Stärkung der EU.  Es ist nicht die Bewahrung und Vertiefung der Demokratie und es ist auch nicht der soziale Staat und die wie auch immer geartete Gesellschaft der Gleichen; das Ziel ist, die Weltmachtstellung des europäischen Kapitals dauerhaft zu begründen und damit gleichzeitig die Vorherrschaft Deutschlands.

Wie kann sich dazu also eine deutsche Linke verhalten, angesichts der immer weiter auseinanderklaffenden sozialen Schere im europäischen Raum, vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Krise im EU-Europa?
Zwar sieht Andreas Wehr nicht in der EU, sondern in den nationalen Staaten den „Raum politischer Kämpfe und Klassenauseinandersetzungen.“ Auf diesen Raum seien die Kräfte, die für eine fortschrittliche Veränderung der politischen und sozialen Verhältnisse in den Mitgliedsländern eintreten, dringend angewiesen. Seinen Standpunkt zu den verschiedenen bürgerlichen und auch linksliberalen Visionen für ein vereinigtes Europas hat Wehr in mehreren Publikationen dagelegt. In seinem neuesten Buch analysiert er das fatale Scheitern der sog. Linksregierung unter Alexis Tsipras in Griechenland. Seitdem sind schlußfolgernd  daraus verschiedene Strategie- und Handlungsvorschläge auf Seiten der linken Bewegung und verschiedener nationaler Linksparteien vorgestellt worden. Einen Einstieg in die Debatte um diese Vorschläge etwa "Plan B", "DiEM 25" und verschiedene EU-Exit-Optionen und deren mögliche Auswirkungen soll der Vortrag und das anschließende Gespräch bieten.

 

Andreas Wehr, Jurist und Buchautor, war von 1999 bis 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Europäischen Parlament, Mitarbeiter im Marx-Engels-Zentrum, Berlin (http://www.mez-berlin.de), zahlreiche Bücher und Zeitschriftenveröffentlichungen.

           

in Kooperation mit: Rosa Luxemburg Club, Bielefeld (http://rosa-luxemburg-club-bielefeld.de/)

mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V.

.

Donnerstag, 23. Juni 2016,  20 Uhr

 

Marx lesen - aber wie? - Die Neue Marxlektüre in der Diskussion

 

Vortrag und Diskussion mit dem Wirtschaftswissenschaftler

Dr. Holger Wendt

 

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, sich weiterhin darum zu bemühen, das Wesen und die Bewegungsformen der kapitalistischen Produktionsweise zu verstehen. Von Kapitalismus wird seit einiger Zeit wieder gesprochen. Die Lehman-Brothers-Pleite  weist darauf hin, dass die Krise zum Dauerzustand geworden ist. Schließlich wird auch weiter ausgebeutet, Krieg geführt und Raubbau an den Ressourcen betrieben. In Krisenzeiten, heißt es, sei das Inte­resse an Marx immer besonders groß. Das von interessierter Seite behauptete "Ende der Geschichte" muss also vertagt werden.  Die Skepsis gegenüber den Dogmen der neoliberalen Ideologen wächst mit. Viele Menschen suchen nach Alternativen, manche auch ganz links. Marx mag tot sein, das Interesse am Marxismus ist nicht totzukriegen. Was aber ist Marxismus? Und was sagte Marx?

Doch nur die Wenigsten greifen, wenn sie die eingangs erwähnten Fragen mit Hilfe der Gedanken und Analysen von Karl Marx beantworten wollen, direkt auf Originalschriften zurück. Das ‚Kapital’, die ‚Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie’ oder selbst ‚Lohn, Preis und Profit’ sind für Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse schwer verdaubare Kost.

Seit fast fünfzig Jahren und in den letzten Jahren verstärkt macht die "Neue Marxlektüre" von sich reden. Viele Publikationen begleiten diesen Lektüreprozess. Bei der Einführung in eine Kritik der Politischen Ökonomie à la Marx gibt es allerdings durchaus unterschiedliche Sichtweisen - und vor allem politische Schlussfolgerungen.

Ein Themenanriss wird am heutigen Abend unternommen.

 

 

crimetime bei mondo

 

Mittwoch, 29. Juni 2016   20 Uhr

 

Mit den Autoren Hans-Jörg Kühne  und Marc Mandel

 

Dieses Mal mit Piano / Saxophon Musik

- die beiden Autoren sind auch exzellente Musiker.

 

 

Zwei Autoren des kleinen, feinen und ambitionierten

CHILI-Verlages aus Verl (www.chiliverlag.de) präsentieren am

heutigen Abend Kurzkrimis und Ausschnitte aus neuen Kriminalromanen.

 

Hans-Jörg Kühne ist Historiker, Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe, lebt

in Bielefeld, hält dort und woanders Vorträge, veranstaltet Lesungen, unterrichtet

an der Uni, musiziert als gefragter Saxophonist mit verschiedenen Bands

und Projekten im In- und Ausland, verfasst wissenschaftliche Werke, Sachbücher

und Krimis. Nach den Romanen „Der Pfahlmörder“, „Totes Haus“ und

zahlreichen Krimi-Storys in diversen Anthologien legt er nun sein neuestes

Werk vor: „Kodex Rosebud“.

 

Berlin 1955: Der suspendierte Hauptkommissar Harald Kröger streift nachts

durch die Stadt auf der Suche nach dem spurlos verschwundenen Baulöwen

Franz Wedding. Armut, Spießigkeit und die Auswüchse des neuen Wirtschaftswunders

bestimmen das Leben. Orgien, Drogenmissbrauch und eiskalte

Auftragsmorde lassen die Schatten der jüngsten Vergangenheit zum neuen

Albtraum werden, als Privatermittler Harry selbst ins Visier einer brutalen

Killermaschinerie gerät.

„Kodex Rosebud“ entführt die Leserinnen und Leser in die vermeintlich

unbeschwerte Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs nach dem Ende

der Nazi-Herrschaft. Unter der bunten Oberfläche brodelt es, denn die

„Alten Kameraden“ stellen die Elite des neuen Staates.

Ein gelungener Spagat zwischen recherchierter Historie, guter Unterhaltung

und spannendem Crime. Das Ganze mit dem „kühnen“ Tüpfel Humor.

 

Hans-Jörg Kühne, Kodex Rosebud, Roman

324 Seiten,  10,90 Euro

 

-----

 

Marc Mandels raffinierte Kurzkrimis spielen in Milieus, in denen intelligentes

Handeln erwartet wird. Weder gehobene Chefetagen, Beamtenbiotope,

Politikerkreise noch Schulen oder Fitnessstudios sind vor Korruption und

Verbrechen sicher. Auslöser perfider Verbrechen sind nicht selten ‚nackte‘

Instinkte. Exzesse, die durch virtuelle Scheinwelten erst möglich werden, lassen

den Leser oft verstört zurück; durch seine Gedanken spuken Ereignisse, von

denen wir alle bedroht werden. Die Stories sind nach dem letzten Satz oftmals

nicht „zu Ende“, da sie beim Leser ein ungutes Gefühl realistischer Bedrohung

hinterlassen.

Morden ist Marc Mandels erste Einzelveröffentlichung. Die Geschichten führen

auf drei bis zehn Seiten zu den Schattenseiten des menschlichen Charakters

und regen zum Nachdenken an. Sie sind so geschrieben, dass der Leser intensiv

an den „Ermittlungen“ beteiligt ist und bis zum Schluss miträtselt. Marc Mandel

ist ein Meister des Überraschungseffekts.

 

Marc Mandel, Morden – Kurzkrimis

140 Seiten, 9,90 Euro