Donnerstag, 3. März   2016  20 Uhr        

 

Buchvorstellung und Gespräch

"Klasse Geschichte Bewusstsein. Was bleibt von Georg Lukács’ Theorie?"

 

Rüdiger Dannemann (Essen) und  Frank Engster, Berlin stellen das Buch vor
 

Der ungarische marxistische Philosoph, Literaturwissenschaftler und politische Theoretiker Georg Lukács (1885-1971) findet heute wieder stärker Beachtung.                                                    Besonders sein Werk „Geschichte und Klassenbewusstsein“ von 1923, eine Sammlung von Essays und Aufsätzen, entfaltete eine geradezu überzeitliche Wirkung. Als Reaktion auf das Scheitern der erhofften proletarischen Weltrevolution nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt Lukács darin eine scharfe Kritik am ‚orthodoxen Marxismus’. Dieses Werk sollte in der Folgezeit für die Herausbildung des sogenannten westlichen Marxismus von zentraler Bedeutung sein - auch wenn Lukács es nach Kritik und Anfeindungen seitens des parteioffiziellen Marxismus widerrief. Eine emanzipatorische Linke bezog sich immer wieder auf Lukács. Besonders wurde er 1968 wieder ins Gedächtnis gerufen. Die von ihm verwendeten Begriffe von Dialektik, Verdinglichung, Entfremdung und Totalität bieten Gelegenheit, die Notwendigkeit der Abschaffung der bestehenden Verhältnisse mit philosophisch geschliffener theoretischer Schärfe zu begründen.
     Die neue Aufsatzsammlung, die am heutigen Abend vorgestellt wird, stellt nach dem katastrophischen 20. Jahrhundert die Frage nach der heutigen Bedeutung von „Geschichte und Klassenbewusstsein“. Die herausragende Bedeutung der oben genannten Begriffe wird hier betont, statt – wie im postmodernen Diskurs – kleingeredet. Die Beiträge des Bandes bewegen sich zwischen den Spannungspolen von Bewusstsein und Ideologie sowie Historizität und Geschichte.
Zwei Mitautoren stellen das Buch vor, ebenso wie die Neuausgabe des zentralen Aufsatzes zur "Verdinglichung" bei Bielefelder Aisthesis-Verlag.

 

Georg Lukacs heute.pdf
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Freitag, 11. März 2016  20 Uhr

Lesung

„Ab heute musst du                      

        deinen Kopf gebrauchen“

- Ein Lebensweg -

 

Biographische Texte mit Wolfgang  Neumann, Bielefeld

 

Musikalische Begleitung auf der Violine von

    Ulrich van Kempen und

      Roswitha Moll - van Kempen (Bochumer Symphoniker)

 

Wolfgang Neumann, Jahrgang 1944, ist seit dem 16. Lebensjahr nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Er arbeitet als Psychotherapeut und Autor in Bielefeld. Seit drei Jahrzehnten ist der promovierte Psychologe auch als Ausbilder und Supervisor für Personzentrierte Psychotherapie für die GwG tätig. „Bitte, nehmen Sie doch Platz, ich sitze schon“, diese Begrüßung des Therapeuten drückt den Wunsch aus, sich auf einer Ebene zu begegnen. Wolfgang Neumanns Geschichte eines vollen Lebens lädt dazu ein, das „Leichte im Schweren“ zu erkennen (aus dem Verlagstext)

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Lesung_Wolfgang_Neumann.pdf
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Dieser Vortrag von Claudia Haydt muss leider aus persönlichen Gründen ausfallen und wird zeitnah nachgeholt.

Mittwoch, 16. März 2016  20 Uhr

Vortrag und Gespräch

 

"Flucht vor Armut, Krieg und Terror"

mit Claudia Haydt,

Soziologin und Vorstandsmitglied Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen

 

Menschen sind auf der Flucht. Das Ausmaß der Fluchtbewegungen wird hier in der gesamten Öffentlichkeit erst als Problem wahrgenommen, seitdem ein größerer Teil der Geflüchteten nach Europa kommt. Europas politische Eliten setzen auf Abschottungspolitik und finden damit Zustimmung in großen Teilen der Bevölkerung.

Zu wenig wird über Ursachen und Verursacher der Flucht gesprochen.

- Was sind die Ursachen für Kriege und Bürgerkriege, in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten? 

- Welche Bedeutung hat die Sicherung von Rohstoffquellen und Transportwegen?

- Welche  Rolle spielen Umweltschäden im Zuge des globalen Klimawandels und das Landgrabbing internationaler Konzerne in Afrika?

- Welche Verantwortung tragen die Regierungen des Westens durch ihre Politik des Regime Change und ihr militärisches Eingreifen in kriegerisch ausgetragenen Konflikten?

- Und nicht zuletzt: Welchen Anteil hat Deutschland an dieser Politik?

 

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Mittwoch, 30. März 2016   20 Uhr

Krimilesung

 

"Tödlicher Rosenkranz"

mit dem Autor Wolfgang Brosche

 

Ein Schuss in den Hinterkopf, der Schädel gesprengt, die Füße grausam verstümmelt und ein Rosenkranz vom Mörder bei der Leiche zurückgelassen.

Der erste Fall, den Kommissar Thomas Grund nach der Rückkehr in seine Heimatstadt lösen muss, berührt ihn persönlich. Der Ermordete war ein Schulfreund. Die Spuren führen den Kommissar zurück in seine Schulzeit auf einem katholischen Knabeninternat. Was er eigentlich vergessen wollte und etwas doch sein ganzes Leben geprägt hat, der Missbrauch durch einen Pater, spielt bald eine wesentliche Rolle bei der Aufklärung.

Wie sehr frömmelnder Schwulenhass sein Leben, das des Mörders und vieler anderer junger Männer geprägt hat, erfährt der Kommissar vor dem Hintergrund eines homophoben Kongresses „besorgter Eltern“, der ausgerechnet in seinem ehemaligen Internat stattfindet. Hier begann eine Geschichte von Missbrauch, Abhängigkeit und Bigotterie, die zwanzig Jahre später zu einer Mordserie führt. Beinahe wird auch Thomas Grund Opfer des Mörders mit dem Rosenkranz.

     

Schon während seines Studiums der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften hat Wolfgang Brosche frei für diverse Zeitungen gearbeitet, vor allem für die „Neue Westfälische“ in Bielefeld. Brosche arbeitet schon seit über 20 Jahren als Hörfunk- und Fernsehautor hauptsächlich für den WDR und den DeutschlandfunkKultur. Er hat zahlreiche literarische Projekte u.a. beim Literaturbüro Osnabrück betreut und ist mit Literatur- und Rezitationsprogrammen unterwegs. Brosche ist Träger des Literaturpreises der Stadt Düsseldorf und des Nordhessischen Literaturpreises.