Crimetime_06-05-2015.pdf
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Krimizeit bei mondo -

Mittwoch, 6. Mai 2015  20 Uhr

Neues aus Mordwestfalen - Drei kriminelle Geschichten aus Bielefeld

 

Da soll noch mal einer sagen, dass es in Westfalen langweilig sei. Hier werden Anschläge geplant, es wird gemordet, erpresst und betrogen, was das Zeug hält. Glücklicherweise nur auf dem Papier und nicht in der Realität. Die Buchhandlung Mondo wird zum Schauplatz von fiktiven Verbrechen.. Eine Autorin und zwei Autoren stellen ihre Geschichten aus „Teuto-Tod“ vor – einer Krimikurzgeschichten - Sammlung mit insgesamt 31 Stories.

 

In „Heimspiel für Plessner“ lässt Hellmuth Opitz einen Heckenschützen los. Bislang unerkannt hat sich der Täter durch die gesamte Republik gemordet – bis zu seinem Heimspiel in Bielefeld. Eine perfide Geschichte mit überraschenden Wendungen.

Thorsten Knape hat es in seiner Story „Der Wunschzettel“ mit einem ganz niederträchtigen Täter zu tun. Mysteriöse Vorgänge in Brackwede halten die Bielefelder Polizei auf Trab und für den Zuhörer ein überraschendes Ende parat.

Eike Birck entführt die Gäste mit „Ein Mittwoch im April“ in die 1930er Jahre. In Sieker liegt ein führender NSDAP-Politiker tot vor seiner Haustür. Erschossen. Und unversehens ist der junge Journalist Paul Heldt mittendrin.

Buchvorstellung

Donnerstag, 21. Mai 2015     20.00 Uhr 

 

"Kritische Theorie und Emanzipation"

mit den Herausgebern Marc Jacobsen, Dirk Lehmann und Florian Röhrbein

 

Der Kritischen Theorie sind zwei Veranstaltungen in der Buchhandlung mondo am Ende des Monats Mai gewidmet.  Diese kritische Gesellschaftstheorie, die  hauptsächlich mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung von Adorno und Horkheimer verbunden wird, steht für eine der bedeutsamsten philosophischen und gesellschaftstheoretischen Richtungen des vergangenen Jahrhunderts. Basierend auf Ideen von Hegel, Marx und Freud u.a. bewahrt sie ihre Kraft bis heute.

Zwischen Materialismus, Moralphilosophie, Kulturkritik und Geschlechterverhältnis im Licht der Kritischen Theorie bewegt sich das Themenspektrum eines Sammelbandes von 2014, der z.T. auf einer Tagung zum gleichnamigen Thema an der Universität Bielefeld im Jahre 2011 basiert . Vorgestellt werden Themen und Intention von den Herausgebern Marc Jacobsen,     Dirk Lehmann und Florian Röhrbein.

Entfremdung_und_Verdinglichung.pdf
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Vortrag

Dienstag, 26. Mai 2015  20.00 Uhr

„…der Riß der Welt geht auch durch mich, gerade durch mich.“

-  Entfremdung und Verdinglichung von Jean-Jacques Rousseau bis zur Kritischen Theorie

mit Dirk Lehmann, Bielefeld

Mit freundlicher Unterstützung der Antifa-AG der Universität Bielefeld

 

     Unter Entfremdung kann recht vorläufig ein Zustand verstanden werden, in dem die „natürlichen“ und „organischen“ Beziehungen des Menschen zu sich, zur äußeren Natur und zu seinen Mitmenschen eigentümlich verrückt sind. Allgemein ist Entfremdung so als eine defizitäre Beziehung zu begreifen. Gleichgültigkeit, Instrumentalisierung, Versachlichung, Künstlichkeit, Isolation, Sinnlosigkeit und Ohnmacht können vor diesem Hintergrund als Ausdruckformen dieses Defizits gelten. So verstanden hat Entfremdung zwar einerseits das Zeug dazu, zu einem Schlüsselbegriff der Krisendiagnosen der Moderne zu werden. Bei Lichte besehen lässt sich aber bereits erahnen, dass Entfremdung ein recht schillernder und undeutlicher Begriff ist, dem man, nach einem Urteil Georges Labicas, „nicht trauen sollte“. Ungeachtet des harschen Verdikts wird aber, bei aller begrifflichen Laxheit, irgendwie deutlich, dass Entfremdung eine typisch moderne Stimmungslage einfängt. Entfremdung genießt also nach wie vor und trotz ihres gegenwärtigen Verschwindens aus dem Vokabular der Gesellschafts- und Kulturkritik einiges an Aktualität.

     Wie kommt es also dazu, dass Menschen sich selbst etwa nur noch als gleichgültig und ohnmächtig, ihre Beziehungen zu anderen als instrumentell und sinnlos erfahren? Wie lässt sich verstehen, dass diejenigen, die sich selbst vielleicht als „Subjekte“ begreifen, ihrer Subjektivität beraubt sind? Wer sind die „Räuber“? Eine Antwort, die das Handeln der Individuen selbst in Betracht zieht und keine Mutmaßungen über eine Verschwörung der Herrschenden anstellt, scheint dringlich. Ferner die Frage, wie sich dieser Zustand begreifen lässt, ohne auf anthropologische Konstanten zurückzugreifen, Entfremdung also gerade nicht als die schicksalhafte Abkehr von einem eigentlichen und einstmals versöhnten Naturwesen zu verstehen. Schließlich berührt Entfremdung die Frage nach Emanzipation und Freiheit; wie ist ihre Aufhebung denkbar?

Diesen Fragen versucht der Vortrag auf einer von Jean-Jacques Rousseau und Georg Wilhelm Friedrich Hegel über Karl Marx und Georg Lukács bis hin zur kritischen Theorie reichenden Linie nachzugehen.

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