Krimilesung

"Tödliche Heilung"

mit Wolfgang Neumann, Bielefeld

Mittwoch, 4. Nov. 2015   20 Uhr    Eintritt frei

 

Mit seinem Krimi-Erstling »Tödliche Heilung« öffnet der bekannte Bielefelder Psychologe Wolfgang Neumann als Autor ein für ihn neues Kapitel. Der spannende Roman wird seine erste Neuerscheinung in 2015 sein. Angeregt zu diesem literarischen Ausflug auf ungewohntes Terrain wurde Neumann durch Episoden aus seiner mehr als vierzigjährigen Praxis. Neumann-Fans werden auch bei diesem Titel wieder auf ihre Kosten kommen: Spannung, Humor und augenzwinkernde Verweise Richtung Psychotherapeuten inklusive.

Ko-Autorin des Krimis ist  Annette Sandrock.

 

»In dem beschaulichen Kurort Bad Oeynhausen geschehen seltsame Dinge und schließlich sogar ein Mord. Hat der aalglatte Frauenversteher seine Hand im Spiel, der von seinem Fenster in der Nähe des Kurparks aus die Damenwelt beobachtet? Oder gar der erfolgreiche Modeunternehmer aus Rietberg? Und was ist mit dem renommierten Psychotherapeuten, der vielleicht die falschen Ratschläge gibt? Die Bielefelder Kriminalkommissare Annette Sasse und Otto Johanningmeier versuchen, den Geschehnissen auf die Spur zu kommen und geraten dabei selbst in Gefahr. Ostwestfalen ist die Kulisse für allerlei Irrungen und Wirrungen.«

 

Wolfgang Neumann arbeitet als Psychologe in Bielefeld

www.wolfgangneumann.net/2014/11/20/psychologen-thriller/

 

Das Buch:

Wolfgang Neumann, Annette Sandrock

Tödliche Heilung

Ein Psychokrimi aus Ostwestfalen-Lippe, Tübingen, 2015, 139 S. 12 €

 

 

Krimi_Nov_2015_Neumann.pdf
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Autorenlesung

"Heiliger Bim Bam.

Ein Messdiener fällt vom Glauben ab"

Lesung mit Ralf Prestenbach, Koblenz

Donnerstag, 19. Nov. 2015   20 Uhr

 

Was wird aus einem Jungen, der in Deutschlands katholischer Rheinland-Provinz aufwächst? Ganz klar: ein Messdiener. Mit himmelschreiender Komik beschreibt Ralf Prestenbach in Heiliger Bim Bam. Ein Messdiener fällt vom Glauben ab seine Jugend in Chorhemd und Talar, in der er so allerhand erlebt hat: Waffengeschäfte und Drogenkonsum im Namen des HERRN, Glaubenskriege im Zeltlager und Evas Erbsünde auf dem Spielplatz. Mit bestechend kindlicher Logik erkennt der kleine Ralf schon früh: Wenn  der HERR der Hirte ist, dann muss man sich mit den Schäferhunden gut stellen.

 

Ralf Prestenbach war nicht nur Messdiener, Lektor und Klosterschüler – um ein Haar wäre er auch katholischer Priester geworden. Doch als ihm dämmerte, dass der Mensch sich nicht durch seinen Glauben, sondern durch seinen Verstand an die Spitze der Nahrungskette gekämpft hatte, wählte er die dunkle Seite der Macht und eröffnete einen Musikclub und eine Strandbar in Koblenz am Rhein. Er schuf sich damit ein ganz weltliches Kulturparadies auf Erden.

 

Der 45-jährige Prestenbach könnte heute auch hinter dem Altartisch stehen und nicht hinter der Theke seines Koblenzer Konzertclubs Circus Maximus. Warum das so hätte sein können – ja, diese Geschichte erzählt der ehemalige Punker, gelernte Masseur und medizinische Bademeister, abgebrochene Tiermediziner und diplomierte Pädagoge in seinem höchst amüsanten Rückblick auf seine katholische Jugend. Als der kleine Ralf im Koblenzer Stadtteil Metternich das Licht der Welt erblickte, begriff er schnell, dass die neue Freiheit wieder in einer Leibeigenschaft endete. Mutter und Vater dankten ständig dem HERRN, dass der kleine Ralf nun endlich da sei – somit war klar: „Der HERR meiner Eltern, war naturgemäß auch mein HERR. Von wegen Freiheit …“ Bei Ralf Prestenbach keimte demnach schon früh das Korn des nZweifels: der geisterhafte HERR als großer Strippenzieher des Schicksals? Nun ja, nahezu zwei Jahrzehnte gab es kein Entrinnen und so durchlief der Koblenzer frech und fromm die Stationen einer katholischen Entwicklungsgeschichte. So betete Ralf nicht nur für den Weltfrieden, sondern auch für eine neue Erbsenpistole. Selbstverständlich mit aller gebotenen Ehrfurcht, denn der Wunsch musste dem HERRN ja

auch in den Kram passen. Und siehe da: „Zwei Monate lang betete ich jeden Abend. Das Ergebnis: Für Waffen ließ sich der HERR definitiv schneller begeistern.“ Aber auch für große Inszenierungen im Delirium war der HERR zu haben: „Einmal im Jahr boten wir alles auf, was wir hatten. Vierzehn Messdiener zogen zur Osternacht festlich gekleidet durch das Mittelschiff zum Altar. Thomas trug die Kerze, und Andreas und ich sorgten für die Drogen. Es sollte das letzte Mal sein, dass wir drei die Verantwortung für den Weihrauch hatten. Wir legten einen Löffel nach dem anderen auf die heißen Kohlen und schwenkten was die Kraft hergab. Und dann kippte der Erste um.“ Von diesen und anderen Erlebnissen erzählt Ralf Prestenbach im charmanten Plauderton mit reichlich Witz und Lokalkolorit. Und zum Schluss fragt der ehemalige Messdiener, der vom Glauben abfiel: „Wo wären wir denn heute ohne christliche Werte? Früher oder später kommt diese Frage immer. Sie ist eine Art Totschlag-Argument, gerade weil man sie nicht eindeutig beantworten kann. Doch Nächstenliebe, Gleichberechtigung und Fairness – all diese Dinge, die sich Christen so gerne auf die Fahnen schreiben, mussten vielfach gegen den erbitterten Widerstand der Kirche erkämpft werden. Da stellt man sich doch besser die Frage: Wo wären wir heute ohne den Humanismus? Im schlimmsten Fall in einer christlichen Welt ohne Glaubens- und Gewissensfreiheit, ohne Frauenemanzipation, ohne Freiheit der Wissenschaft, ohne Freiheit der Kunst ...“

Lesung-Prestenbach.pdf
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mondo

ist auch Mitveranstalter und mit Büchertisch vertreten bei einer Veranstaltung des Rosa Luxemburg Clubs, Bielefeld in der Bürgerwache Siegfriedplatz am

 

Donnerstag, 12.11.2015 um 20.00 Uhr zum Thema:

 

Das Dilemma linker Realpolitik - Wie weiter mit Europa nach den geplatzten Hoffnungen um Griechenland?

 

mit Dr. Winfried Wolf, Berlin