Mittwoch, 17. Okt. 2018  20 Uhr   Eintritt frei

 

Vortrag und Gespräch

 

Humanismus und Pädagogik

 

mit Thomas Oppermann , Landesgeschäftsführer des Humanistischen Verbandes Nordrhein-Westfalen (https://humanistisch.de)

 

Was ist eine Humanistische Pädagogik und was hat diese mit einer Humanistischen Weltanschauung zu tun?

 

Thomas Oppermann vom Humanistischen Verband in NRW zeigt in seinem Impulsreferat auf, wie Humanismus und Pädagogik miteinander zusammengedacht werden sollten. Er verdeutlicht, wie und in welchem Umfang humanistische Ideen zum Alltag unserer Erziehungsinstitutionen gehören, ohne dass diese eine humanistische Pädagogik umsetzen. Wie muss eine Pägadogik beschaffen sein, die mehr leisten will als humanistische Ideen wie Menschenrechte, kritisches Denken, Partizipation, etc. zu vermitteln? Wie kann humanistische Pädagogik das Denken in Zusammenhängen, gelebte Selbstbestimmung und die Alleinverantwortung des Menschen fördern und gleichzeitig begründen? Diesen Fragen wollen wir an diesem Abend nachgehen.

 

Thomas Oppermann geboren 1968 in Hamburg, hat in Oldenburg Pädagogik studiert. Jahrelang als freiberuflicher Referent der Außerschulischen Jugendbildung und Erwachsenenbildung tätig. Leiter der Arbeitsstelle „Jugend und Demokratie“ des Jugendring Dortmund und seit 2016 Geschäftsführer des Humanistischen Verband NRW.

 

EIne Veranstaltung des Humanistischen Gesprächskreises Bielefeld in Kooperation mit der Buchhandlung mondo

Dienstag, 30. Okt. 2018    20 Uhr      Eintritt frei

 

Buchvorstellung

 

Chaos: Das neue Zeitalter der Revolutionen

 

mit dem Autor Fabian Scheidler, Berlin

 

Nach dem Erfolg seines Werkes „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“, das sich mit der Entstehungsgeschichte globaler Krisen beschäftigt, widmet sich der Berliner Autor und Journalist Fabian Scheidler in seinem neuen Buch „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen“ der Gegenwart und Zukunft.

Weltweit breitet sich zunehmend Chaos aus: Der Klimawandel wird zur Realität, die Weltwirtschaft bewegt sich zwischen Stagnation und Crash, immer mehr Staaten zerfallen oder stehen vor dem Bankrott, während die UNO die größten Fluchtbewegungen registriert. Diese Krisen bringen die traditionellen politischen Systeme, die keine angemessenen Antworten darauf finden, in Bedrängnis und führen zu weltanschaulichen Verwerfungen. Der Glaube an den Fortschritt weicht zusehends Skepsis, Angst und Unsicherheit, religiös-fundamentalistische und politisch rechte Strömungen erhalten Auftrieb.

Fabian Scheidlers Diagnose: Nach 500 Jahren Expansion ist die kapitalistische Megamaschine in die tiefste Krise ihrer Geschichte geraten. Wir bewegen uns in eine chaotische Übergangsphase hinein, die einige Jahrzehnte andauern kann und deren Ausgang vollkommen offen ist. Während die alten Ordnungen brüchig werden, entflammt ein Kampf darum, wer die Zukunft bestimmen und wie diese aussehen wird.

Werden sich autoritäre Kräfte durchsetzen oder können soziale und ökologische Bewegungen die systemischen Risse nutzen, um eine gerechtere und friedlichere Welt aufzubauen? Welche Rolle spielt Chinas Aufstieg in der neuen Weltunordnung? Und wo zeichnen sich neue Wege des Wirtschaftens und Zusammenlebens ab, die das gegenwärtige System der „globalen Apartheid“ überwinden könnten?

„Das neue Zeitalter der Revolutionen“ lotet Gefahren und Chancen dieser Übergangszeit aus und bietet einen Kompass für politisches Engagement in Zeiten wachsender Unübersichtlichkeit.

Fabian Scheidler im Kontext-TV über das Buch: http://www.kontext-tv.de/de/sendungen/chaos-ein-neues-zeitalter-der-revolutionen

Weiteres finden Sie auf der Verlagswebseite:

https://www.megamaschine.org/revolutionen/

Großer Wurf:

Fabian Scheidlers neues Buch »CHAOS. Das neue Zeitalter der Revolutionen«.

Rezension von Alexander Behr (s.https://brennstoff.com)

 

Es ist keineswegs übertrieben, dass sich unsere Gesellschaft in einer tiefen Krise befindet. Der Wiener Politikwissenschaftler Ulrich Brand meint, dass man seit dem Jahr 2008 von einer Vielfachkrise sprechen kann: In unserem heutigen, finanzmarktdominierten Kapitalismus setzt sie sich aus einer Banken-, Demokratie- und Energiekrise zusammen. Über alldem steht die Klimakrise, die unsere gemeinsame Lebensgrundlage existentiell bedroht und schon jetzt irreversible Schäden verursacht. In Zeiten, in denen neugewählte Politiker uns das altbekannte »Business as Usual« als einen »Wandel« verkaufen wollen, brauchen wir dringend gute Vorschläge und Rezepte für einen Ausstieg aus einem Wirtschaftssystem, dass den Planeten bereits jetzt an den Rand des ökologischen und sozialen Kollaps bringt. Unter den aktuellen Gesellschaftsanalysen gibt es wohl kaum eine, die die LeserInnen dermaßen erfrischt und inspiriert zurücklassen dürfte wie das neue Buch von Fabian Scheidler. Scheidler, einer der renommiertesten Kapitalismuskritiker im deutschsprachigen Raum, beschreibt detailgenau den notwendigen Umbau unserer Institutionen und Rechtsformen. Seine Prinzipien: Gemeinwohlorientierung statt Profitmaximierung, Ausstieg aus aus dem fossilbetriebenen Wirtschaftswachstum, gleiche soziale und politische Rechte für alle Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft. Es ist keineswegs übertrieben, dass sich unsere Gesellschaft in einer tiefen Krise befindet. Der Wiener Politikwissenschaftler Ulrich Brand meint, dass man seit dem Jahr 2008 von einer Vielfachkrise sprechen kann: In unserem heutigen, finanzmarktdominierten Kapitalismus setzt sie sich aus einer Banken-, Demokratie- und Energiekrise zusammen. Über alldem steht die Klimakrise, die unsere gemeinsame Lebensgrundlage existentiell bedroht und schon jetzt irreversible Schäden verursacht. In Zeiten, in denen neugewählte Politiker uns das altbekannte »Business as Usual« als einen »Wandel« verkaufen wollen, brauchen wir dringend gute Vorschläge und Rezepte für einen Ausstieg aus einem Wirtschaftssystem, dass den Planeten bereits jetzt an den Rand des ökologischen und sozialen Kollaps bringt. Unter den aktuellen Gesellschaftsanalysen gibt es wohl kaum eine, die die LeserInnen dermaßen erfrischt und inspiriert zurücklassen dürfte wie das neue Buch von Fabian Scheidler. Scheidler, einer der renommiertesten Kapitalismuskritiker im deutschsprachigen Raum, beschreibt detailgenau den notwendigen Umbau unserer Institutionen und Rechtsformen. Seine Prinzipien: Gemeinwohlorientierung statt Profitmaximierung, Ausstieg aus aus dem fossilbetriebenen Wirtschaftswachstum, gleiche soziale und politische Rechte für alle Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft.

Scheidler gelingt es, schwierige ökonomische, soziale und gesellschaftliche Fragen verständlich zu erörtern, ohne jemals unterkomplex zu werden oder in einen belehrenden oder propagandistischen Ton zu verfallen. Er erklärt, wie es dazu kommen konnte, dass sich eine Oligarchie extrem Vermögender durch Lobbymacht, Medienbeeinflussung, Korruption und die Drehtüreffekte zwischen Politik und Wirtschaft ihre Pfründe absicherte. Dabei mag individuelle Gier und Habsucht eine Rolle spielen; viel entscheidender ist jedoch das allumfassende Konkurrenzprinzip unseres Wirtschaftssystems: Ein Konzernchef kann in seinem Umfeld ein netter Zeitgenosse sein – doch wenn er die Rendite-Erwartungen der Shareholder nicht erfüllt, ist am nächsten Tag gefeuert. Er ist dem Imperativ der Gewinnmaximierung unterworfen.

Scheidler greift die Tiefenstrukturen dieses Systems an und warnt vor falschen Lösungen: Er kritisiert nationalistische Abschottung und Sündenbocktheorien ebenso wie Verschwörungsideologien und paranoischen Weltbilder. Er schärft den Blick für die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht und ermutigt uns zur kollektiven Organisierung. Scheidler erinnert uns daran, dass es im Grunde nicht individuelle Konsum- und Wahlentscheidungen waren, die die Gesellschaft substanziell verändert haben, sondern die vielen Menschen, die in der Arbeiter-, Frauen- oder Bürgerrechtsbewegung zusammengewirkt haben. All diese Bewegungen, so Scheidler, haben dem Staat über Jahrhunderte hinweg gemeinwohlorientierte Funktionen abgerungen. Dem Beispiel dieser Bewegungen gelte es nun zu folgen, um die akute Klimakrise aufzuhalten. Dafür brauche es zunächst eine breite gesellschaftliche Debatte. Wo, so fragt er in seinem Buch, sind beispielsweise die Fernsehsendungen um 20:15 Uhr, in denen darüber diskutiert wird, wie wir möglichst schnell vom Auto- und Flugverkehr wegkommen und stattdessen zukunftsfähige und gemeinwohlorientierte Verkehrssysteme aufbauen können? Wo sind die prominenten Talkrunden über den Umbau der Landwirtschaft vom Klimakiller Agrobusiness zur nachhaltigen Agrarökologie? Doch über diese Dinge werden wir in keiner „Elefantenrunde“ in Vorwahlzeiten erfahren. Dort wird man auch nicht zu hören bekommen, dass der heutige Stand der Produktivkräfte bereits bei weitem ausreicht, um allen Menschen auf der Welt ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Scheidler ermutigt uns in seinem Buch auch zum zivilen Ungehorsam: Denn viele Entscheidungen, beispielsweise im Klimabereich, können nicht warten, bis wir neue demokratische Institutionen aufgebaut oder die alten transformiert haben. Mit jedem Jahr der Untätigkeit schwinden die Chancen, katastrophale und irreversible Entwicklungen, die letztlich die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen, noch zu stoppen. Deshalb sind laut Scheidler Blockadeaktionen von Braunkohlegruben und -Kraftwerken ein wichtiger und legitimer Schritt. Diese Aktionen müssten, um erfolgreich zu sein, milieuübergreifend organisiert werden. Die Anti-Atom-Bewegung sei ein wichtiges Beispiel: Studenten und Bauern haben sich damals gemeinsam organisiert und waren erfolgreich!

Wie schon sein Erfolgsbuch »Das Ende der Megamaschine« sollte auch dieses Buch unbedingt in jeder Schule gelesen werden. Es sollte in die Lehrpläne der Wirtschaftswissenschaften Eingang finden, es sollte im Radio und im Fernsehen diskutiert werden, ja es sollte in den Kreisen von Bankern und politischen Entscheidungsträgern Verbreitung finden. Wir alle sind gefordert, die »tektonischen Platten der Gesellschaft« zu verschieben, um den sozialen und ökologischen Umbau zu ermöglichen!