Lesungen /Vorträge im September 2015

Buchvorstellung

Freitag, 11. Sept. 2015  20.00 Uhr 

mit dem Autor Thomas Wagner, Berlin

Roboter an die Macht?  Die Vision von technischer Machbarkeit und ihre Gefahren

- - - Google,Facebook und Silicon-Valley und der Mensch als Auslaufmodell

 

Im Umfeld von Konzernen wie Google, Facebook und Co. gedeiht eine Ideologie technologischer Machbarkeit. Unter den Stichworten künstliche Superintelligenz, Transhumanismus oder Singularität propagieren ihre Anhänger die Verschmelzung von Mensch und Maschine und träumen von der Unsterblichkeit in der Cloud. Nebenbei ließen sich auch noch sämtliche gesellschaftliche Probleme lösen. Im Resultat wird jedoch die Herrschaft der gegenwärtigen Eliten weite zementiert. Fantastische Visionen, irre Ideen. Doch es sind mehr als Hirngespinste: Ihre Propagandisten und Risikokapitalgeber finanzieren Start-ups, beraten Regierungen, leiten die Labore von High- Tech- Unternehmen, investieren Unsummen in Bio- und Nanotechnologie-Unternehmen und verbreiten ihre Ideen an eigenen Hochschulen.  Thomas Wagner porträtiert die wichtigsten Verfechter der Robokratie und legt ihre Verflechtungen offen. Politik, also die Austragung gegensätzlicher Interessen, erscheint im Zeichen elektronischer Vernetzung und künftiger Maschinenherrschaft als überflüssig. Am Ende steht die Frage nach einem demokratischen Gebrauch von Technologie: Damit der Mensch nicht zum Auslaufmodell wird.

Thomas Wagner, Dr. phil., *1967. Kultursoziologe, Publizist, Literaturredakteur (Junge Welt). Zahlreiche Bücher und Artikel in der Fach¬presse und in Publikumszeitschriften

 

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e.V.

 

Wagner-Robotokratie.pdf
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Vortrag und Gespräch

Donnerstag, 17. Sept. 2015   20.00 Uhr

 

mit Prof. Dr. Mechthild Schrooten,  Volkswirtschaftlerin, Uni Bremen

Querdenken  ist möglich !!

40 Jahre Memorandum – 40 Jahre Alternative Wirtschaftspolitik

 

In der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandum-Gruppe) arbeiten seit 40 Jahren Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an der Entwicklung wirtschaftspolitischer Vorschläge und Perspektiven. Sie orientieren sich an der Sicherung sinnvoller Arbeitsplätze, der Verbesserung des Lebensstandards und dem Ausbau des Systems der sozialen Sicherheit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeit-

nehmer sowie wirksamer Umweltsicherung in der Bundesrepublik.  Die Arbeitsgruppe legt jährlich zum 1.Mai ein „Memorandum“ für eine wirksame und soziale alternative Wirtschaftspolitik vor. 

Die typischen Reaktionsmuster der herrschenden Politik auf das "Memorandum" sind verhaltene Resonanz, Vereinnahmungen - aber auch Ignoranz.  Über die Jahre haben sich die Memo-Argumente für eine Umverteilung von oben nach unten allerdings nicht überholen lassen. Immer wieder wird in der aktuellen politischen Lage deutlich, dass der Reichtum für einige wenige keine Grundlage für eine stabile Gesellschaft für alle ist. Die zentralen Thesen des Memoran-

dums – Arbeitszeit, Umverteilung, Bändigung der Kapitalmärkte -  sind hochaktuell.

    Mechthild Schrooten ist Sprecherin der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik.  An der Hochschule Bremen lehrt sie Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Geld und Internationale Integration. Sie wirft einen Blick zurück auf 40 Jahre Memo-Arbeit und grenzt die Memorandums-Positionen vom Mainstream ab. Dabei zeigt sie  wie die Memo-Argumente über die Jahre wirkten und bettet die Memo-Positionen in die Welt der heterodoxen-ÖkonomInnen ein.