Dienstag, 4. Sept. 2018   20 Uhr     Eintritt frei                                                                    Vortrag und Diskussion                                                                                                                                                                                                                                                                       Zehn Jahre seit dem Fall der Finanzmärkte: Risiken einer erneuten Systemkrise des Spekulationskapitalismus nicht gebannt                                                                                                                                                                                      mit Prof. Dr. Rudolf Hickel,  Uni Bremen
                                                                                                                                             Ort: Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gilt als der Beginn der jüngsten Finanzmarktkrise. Banken sind zusammengebrochen, der Staat finanzierte mit Steuermittel Reparaturfonds. Aufgelegt werden mussten staatliche Antikrisenprogramme gegen den Absturz der Gesamtwirtschaft. Sind die Lehren gezogen worden?  Sicherlich sind viele Gesetze zur Regulierung der Finanzmärkte auch in Deutschland durchgesetzt worden. Aber von Anfang konnten interessenbedingt die Triebkräfte dieses Kasinokapitalismus nicht gestoppt worden. Heute werden gar Regulierungsmaßnahmen wieder zurückgenommen – nicht nur im Trump-Land. Die machtvolle Investmentbankerlobby setzt sich durch. Eine neue Finanzmarktkrise ist nur zu verhindern, wenn die Lehren gezogen werden: (1) Die Konzentration der Vermögenden, die auf Gewinne an den Finanzmärkten spekulieren, muss abgebaut werden. (2) Wegen der gesamtgesellschaftlichen Systemrisiken müssen die Finanzmärkte streng reguliert werden. Insgesamt geht es um die Rückführung der Finanzmärkte auf die dienenden Aufgaben des Wirtschaftens. Stink langweilige Banken ohne Renditenmaximierung an den Spieltischen des internationalen Kasinokapitalismus werden gebraucht. Auf der Basis der "Memoranden" der letzten Jahre geht es um die Krise des Finanzmarktkapitalismus. MEMORANDUM ist der Titel der jährlichen Stellungnahme der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik".                                  (www.alternative-wirtschaftspolitik.de/veroeffentlichungen_der_arbeitsgruppe/memorandum_2018/index.html)

Rudolf Hickel, (Jg.1942, Dipl.-Volkswirt, Dr. rer. pol.)

war seit 1971 zuerst Professor für Politische Ökonomie und dann für Finanzwissenschaft an der Universität Bremen. Von 2001 bis 20109 war er Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen; seit 2010 ist er dort Forschungsleiter für "Wirtschaft und Finanzen".

Seit 1974 ist er Mitglied der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik", dem Herausgeberkreis des "MEMORANDUM"

 

Veranstalter: Buchhandlung mondo in Kooperation mit: Rosa Luxemburg Club, Bielefeld

Hickel - Finanzkrise_04.09.2018.pdf
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Dienstag, 11. Sept. 2018   20 Uhr     Eintritt frei                                                                  Buchvorstellung    

                                                                                                     

Staat, Recht und Demokratie - Eine Einführung in das

politische Denken von Marx und Engels                                                                          

 

mit Prof. Dr. Andreas Fisahn,  Uni Bielefeld
                                                                                                                                          Ort: Buchhandlung mondo


»Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern«, ein bekannter Satz von Karl Marx. Die Welt ändert sich beständig, heute kommt es also darauf an, wer was wie verändert. Marx gilt als Ökonom, vielleicht noch als Soziologe. »Von Haus aus« war Marx jedoch Jurist. So finden sich in seinen Texten vielfältige Aussagen über den Staat und das Recht. Leider blieben diese Aussagen unsystematisch. Andreas Fisahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen einschlägigen Passagen in den Werken von Marx und Engels herauszusuchen, zu systematisieren und zu kommentieren. Er stellt die Zitate in ihren Kontext, weist auf Unstimmigkeiten hin und versucht, diese zu erklären oder »auszubügeln«. Damit bietet er einen guten Überblick über das staatstheoretische Denken von Marx und Engels. Er interpretiert die Klassiker radikal, nämlich radikaldemokratisch.

 

Andreas Fisahn, Prof. Dr. iur., *1960. Lehrt Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac

 

Veranstalter: Buchhandlung mondo in Kooperation mit: Rosa Luxemburg Club, Bielefeld