Montag, 6. Mai 2013      18.00 Uhr



 

Warum Feminismus und Marx zusammengehören  - oder: Lassen sich gesellschaftliche Verhältnisse einfach dekonstruieren?

 

Vortrag von Tove Soiland, Zürich (CH)

 

 

Universität Bielefeld, der genaue Ort wird noch bekannt gegeben

 

Dass geschlechtliche und sexuelle Identität nicht „naturgegeben“ ist, sondern erst in sozialen und kulturellen Prozessen konstruiert wird, ist seit einigen Jahren nicht mehr neu. Ob sich unter alleinigem Rückgriff auf die Methoden und Erkenntnisse von Dekonstruktion, Diskursanalyse und Gender Studies diese sexuellen Identitäten, Machtformen und Normen analysieren und dekonstruieren lassen ist wiederum umstritten. Lassen sich Geschlechterverhältnisse wie auch der Kapitalismus einfach dekonstruieren? Die Schweizer Sozialwissenschaftlerin und Philosophin Tove Soiland beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit dem Zusammenhang zwischen ökonomischen Entwicklungen im derzeitigen Kapitalismus, den daraus resultierenden Anforderungen an Frauen (und Männer) und der Geschlechterpolitik der neoliberalen Kräfte. Der Zusammenhang zwischen Produktionsverhältnissen im Kapitalismus und den dazugehörigen Hervorbringungen von Individuen läßt sich ihrer Ansicht nach nicht begreifen und erklären, wenn man ihn ausschließlich als normative Festschreibung versteht. Offensichtlich verschärfen die gegenwärtigen neoliberalen Restrukturierungen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern massiv. Tove Soiland geht also der Frage nach, welcher analytische Zugang der richtige ist und welche Auswirkungen dies auf feministische Politik haben muss. – Und ob dies nicht genau zurück zu der Frage führen muss, ob die Kritik der politischen Ökonomie wieder Gegenstand feministischer Theorie und Praxis werden sollte.

 

Veranstalter:  Asta der Universität Bielefeld,

Rosa Luxemburg Club,  Bielefeld

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V.

 

Eintritt frei